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Umgebungsüberwachung der Schachtanlage Asse II (Sachstand: 25.11.2010)

Die Umgebungsüberwachung der Schachtanlage Asse II erfolgt seit 1966. Zu dieser Zeit begann eine Überwachung der Grund- und Oberflächenwasser aus dem Bereich Asse im Rahmen eines hydrogeologischen Forschungsprogramms der GSF (Gesellschaft für Strahlenforschung, später HMGU München). Zusätzlich wurde seit 1968 das Trinkwasser der Gemeinden auf Grund des Fallout oberirdischer Kernwaffenversuche beprobt. Das Programm zur Umgebungsüberwachung durch den Betreiber wurde seinerzeit in Anlehnung an die „Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen" (REI) ausgeweitet, wobei auch anlagen- und standortspezifische Gegebenheiten des Bergwerkes berücksichtigt wurden.

Die letzte Anpassung des Messprogramms zur Umgebungsüberwachung erfolgte auf Grund eines Anordnungsentwurfes des NMU zum 19.12.2008. Das Messprogramm des Betreibers umfasst Grund-, Oberflächen- und Trinkwasser, Gras- und Bodenproben, Bodenbelegung, Luftproben und Umgebungsstrahlung.

Das Messprogramm des NLWKN als unabhängige Messstelle lief für oberirdische Gewässer seit 1979 und für die anderen Medien seit 1986. Das Programm umfasste äußere Strahlung, Boden-, Gras- und Lebensmittelproben sowie oberirdische Gewässer. Ab 2010 wurde das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt als unabhängige Messstelle eingesetzt. Das Messprogramm wird fortgesetzt und entsprechend der REI um Luftproben, Sediment, Trinkwasser sowie gegebenenfalls Kuhmilch ergänzt, da die Anlage den Status eines Endlagers bekommen hat.

Zusätzlich wird seit 2009 ein zusätzliches Messprogramm zur Umgebungsüberwachung durch die LUFA Nord-West im Auftrage des Betreibers durchgeführt. Im Rahmen dieses Programms werden Boden, Pflanzen, Nahrungsmittel, Wasser und Laub gemessen.

Weiterhin liegen auf Grund des IMIS-Messprogramms des Bundes weitere Daten über die Ortdosisleistung sowie durch Sonderprogramme aus dem Landkreis Wolfenbüttel vor. Seit 2009 überprüft das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) das Trinkwasser der Gemeinde Kissenbrück monatlich.

Die Untersuchungsprogramme beinhalten mehr als 650 Proben/Jahr und umfassen gammaspektrometrische (z.B. Cs-137), betaspektrometrische (z.B. Tritium (H-3) und Sr-90) bzw. alpha-Analysen.

Die bisherige Umgebungsüberwachung (REI) und die Messungen der Umweltradioaktivität (IMIS) in der Umgebung der Asse zeigen keinen messbaren Eintrag von radioaktiven Stoffen aus der Schachtanlage Asse II. Messbare Effekte resultierten lediglich aus dem Reaktorunfall in Tschernobyl.

Die aktuellen Berichte zur Umgebungsüberwachung finden Sie unter: http://www.endlager-asse.de/cln_137/DE/5_AsseService/A_Umgebungsueberwachung/3_jahresberichte/_node.html

HINTERGRUND:

Die Schachtanlage Asse II unterliegt der bergrechtlichen Aufsicht durch das LBEG sowie des NMU als Fachaufsichtsbehörde über das LBEG.

Am 20.11.2008 hat die Bundesregierung einen Entwurf zur Novelle des Atomgesetzes vorgelegt, mit dem ein neuer § 57b AtG eingefügt wird, der den Betrieb und die Stilllegung der Schachtanlage Asse II die Vorschriften für Anlagen des Bundes im Sinne von § 9a Abs. 3 AtG (Endlager) für anwendbar erklärt. Die atomrechtliche Aufsicht ging durch Änderung der ZustVO Umwelt-Arbeitsschutz vom 23.11.2008 vom LBEG auf das NMU über. Mit Schreiben des BMU vom 16.12.2008 wurde festgelegt, dass die Atomrechtliche Aufsicht über die Schachtanlage Asse II zum 01.01.2009 auf die Eigenüberwachung (jetzt Endlagerüberwachung - EÜ) des BfS übergeht.

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