Grundlagen
Energie bestimmt unsere Zukunft. Der Einsatz von Energie zur Erzeugung von Strom und Wärme sowie die Bereitstellung von Kraftstoffen zum Transport von Personen und Gütern werden in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens als selbstverständlich vorausgesetzt. Ziel der Landesregierung ist die verlässliche, umweltfreundliche, klimaverträgliche und bezahlbare Energieversorgung der Menschen sowie von Industrie, Handwerk, Gewerbe, Landwirtschaft und Handel.
Ihre energiepolitischen Ziele hat die niedersächsische Landesregierung 2012 im Energiekonzept des Landes Niedersachsen dargelegt. Zudem enthält das Konzept weitere Ausführungen zu Fragen der Energieversorgung. Ein Monitoring ist vorgesehen.
Aktuellste Zahlen zur Energieerzeugung und -verwendung enthält die jährlich erstellte Energie- und CO2-Bilanz des Landes. In ihr werden die jeweils verfügbaren aktuellsten Daten zusammengetragen.
Der Endenergieverbrauch in Niedersachsen ist in den letzten Jahren nahezu konstant geblieben. Insgesamt lag er im Jahr 2008 bei 946 Petajoule (PJ) und ist damit gegenüber 2006 mit 953 PJ und 2002 mit 961 PJ leicht gesunken. Damit hat sich der Energieverbrauch vom Wirtschaftswachstum entkoppelt. Höhere Energieeffizienz und Energiesparen ermöglichen Wachstum ohne höheren Energieverbrauch.
Für die Erzeugung von Strom und Wärme steht eine breite Palette von Energieträgern zur Verfügung. Im Straßenverkehr dominieren derzeit Diesel und Benzin als Energieträger. Alle Arten der Energieerzeugung und Energienutzung sind mit mehr oder weniger großen Umweltbelastungen verbunden. Die Verbrennung konventioneller fossiler Energieträger, wie Kohle, Erdöl und Erdgas, verursacht einen erhöhten Ausstoß von Kohlendioxid und ist ein Faktor für die Erwärmung des Erdklimas (siehe Kapitel 1.2).
Die Niedersächsische Landesregierung hat sich für den beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie eingesetzt. Sie macht sich stark für den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergie.
Auftretenden Konflikten beim Ausbau der erneuerbaren Energien und beim nötigen Ausbau der Energieversorgungsnetze kann durch eine frühzeitige, transparente und offene Kommunikation begegnet werden. Denn bei allen Vorteilen von erneuerbaren Energien muss gesehen werden, dass sie auch Nachteile haben. Wasserkraftwerke wirken auf die Fließgewässer ein. Das Potenzial der Wasserkraft ist deshalb in Niedersachsen quasi ausgenutzt. Bei der energetischen Nutzung von Biomasse hat die Gewinnung und Bereitstellung der Einsatzstoffe - Holz, nachwachsende Rohstoffe, Gülle und so weiter - Umweltauswirkungen. Zudem steht die Erzeugung von Biomasse in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Die Nutzung der Windenergie an Land kann an einigen Standorten zum Konflikt mit dem Natur- und Landschaftsschutz und den betroffenen Anwohnern führen. Daher setzt die Landesregierung auf das so genannte Repowering, das heißt den Ersatz vieler kleiner oftmals verstreuter Anlagen durch wenige leistungsstarke Anlagen.
Die Nutzung der Photovoltaik und der Erdwärme ist nur an geeigneten Standorten sinnvoll. Da Wind und Sonne nicht kontinuierlich zur Stromerzeugung bereitstehen, ist es erforderlich, konventionelle Kraftwerke vorzuhalten, die bei Bedarf Ausgleichs- und Regelenergie zur Verfügung stellen können. Zudem gilt es, die Speichertechnik weiter zu entwickeln sowie die Stromnetze auszubauen und zu modernisieren, das heißt intelligente Netze, sogenannte Smart Grids, zu etablieren.
Der rationelle Einsatz von Energie ist und bleibt meist die umweltverträglichste und wirtschaftlichste Maßnahme. Damit auch künftig ausreichend Strom produziert werden kann, setzt sich die Landesregierung insbesondere für den Ausbau der Windenergie ein. Neben der Gewinnung von Strom in der Nordsee wird eine Verdoppelung der installierten Leistung von Windkraftanlagen an Land angestrebt.
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